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Sportverletzungen: Was tun?

16. September 2015
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Sport gehört in unserer Gesellschaft zu einer weit verbreiteten Freizeitgestaltung. Die Folge dieser an sich begrüßenswerten Entwicklung ist eine deutliche Zunahme an Sportverletzungen. Im Regelfall dauert es eine gewisse Zeit, bevor bei einer akuten Verletzung eine Versorgung durch einen Arzt vorgenommen werden kann. Eine richtige und schnelle Sofortbehandlung kann aber eine Ausheilung um Tage oder sogar Wochen verkürzen. Es ist deshalb von besonderer Bedeutung, die Erstmaßnahmen  zu kennen.

Die am häufigsten auftretenden Unfallverletzungen sind Knochenbrüche, Verstauchungen, Zerrungen, Verrenkungen und Prellungen.

Erstmaßnahmen bei akuten Sportverletzungen.

Bei Knochenbrüchen ist vor allem eine ruhige Lagerung des Patienten wichtig, eventuell mit hochgelegten Beinen, um den Kreislauf zu stabilisieren.

Bei Prellungen gut kühlen und mindestens zwei Tage Belastungspause!

Bei Zerrungen ist die Belastung einstellen, sobald der Schmerz im Muskel wahrgenommen wird! Den Muskel ausschütteln, auf keinen Fall dehnen, und kühlen. Dies sollte unbedingt durchgeführt werden, da sonst eine langwierige Muskelläsion droht.

Alle anderen genannten Verletzungen sollten nach dem „PECH“-SchemaP-ause, E-iskühlung, C-ompression und H-ochlagerung versorgt werden.

Das heißt:

P – Pause,  also eine sofortige Unterbrechung der sportlichen Tätigkeit. Denn jeder weiter vertane Zeitraum  kann sich in einer längeren Heilungsdauer rächen.

E – Eis.  Durch starke Kühlung verengen sich die Gefäße. Sie werden undurchlässiger für Flüssigkeit, wodurch einer entstehenden Schwellung entgegengewirkt wird.  Darüber hinaus werden die Schmerzrezeptoren der Haut blockiert, die schmerzauslösenden Nervenimpulse werden herabgesetzt und infolgedessen lässt der Schmerz nach. Durch die Senkung der Temperatur des Gewebes wird gleichzeitig die Bildung schmerz- und entzündungsverursachender Stoffe gehemmt. Verwendet werden Eissprays (vorsicht, da Erfrierungsgefahr), zerkleinertes Eis oder Eisbeutel. Vor dessen Aufbringen sollte die Haut mit einem Tuch oder ähnlichem abgedeckt werden, um Erfrierungen zu vermeiden. Ist kein Eis greifbar, können auch bei stumpfen Verletzungen kühlende Gels verwendet werden.

C – Compression.  Es empfiehlt sich eine leichte Compression, die mit Hilfe einer elastischen Binde erreicht wird. Der Verband darf auf keinen Fall zu eng sitzen und einschneiden! Nach ca. 30 Minuten, während denen ständig weitergekühlt wird, sollte der Druckverband kurz gelöst werden, um das gesamte Gebiet ca. 2 bis 3 Minuten durchbluten zu lassen.  Danach wird der Compressionsverband unter weiterer Kühlung wieder angelegt. In dieser Phase kann auch bereits ein kühlendes Sportgel lokal angewendet werden.

H – Hochlagerung.  Diese  sollte für ca. 12 bis 24 Stunden durchgeführt werden und bewirkt eine Minderdurchblutung des verletzten Gebietes (Extremität) sowie eine Verbesserung des venösen Rückstromes. Die Schwellung bildet sich dadurch schneller zurück. Wärmende Thermosalben bewirken eine vermehrte Durchblutung des Gewebes und sollten  in solch einer  Akutphase einer Verletzung niemals angewendet werden. Erst wenn die Schwellungen abgeklungen sind, kann man mit Wärmebehandlung beginnen, durch die entzündungshemmende und Bluterguss abbauende Stoffe aufgrund der gesteigerten Blutzufuhr besser den Ort des Geschehens erreichen. Dadurch wird in weiterer Folge  die Heilung beschleunigt.

 

Die Behandlung chronischer Sportverletzungen

Neben akuten Verletzungen gibt es eine Reihe von Überlastungsbeschwerden, die auftreten können, wenn sich gleiche Bewegungsabläufe regelmäßig wiederholen.  Hier wären z.b.. Tennisellbogen, Knieschmerzen, Achillessehnenprobleme, Sehnenscheidenentzündung und Gelenkverschleiß (Arthrose) zu nennen.

Auch in diesen Fällen ist im allgemeinen ein zeitnaher Besuch beim Facharzt anzuraten.

Generell zu empfehlen ist eine Ruhigstellung bzw. Schonung über einen angemessen langen Zeitraum.  Lediglich bei Gelenkverschleiß ist eine gemäßigte regelmäßige Bewegung sinnvoll. Sie bedingt eine bessere Versorgung der Knorpelsubstanz mit Nährstoffen, wodurch die Abnutzung gebremst wird.  Die bei Tennisellenbogen, Achillessehnenproblemen und Sehnenscheidenentzündungen auftretenden Schmerzen sowie Knieschmerzen, die durch Überlastungen oder Knorpelschäden entstehen, lassen sich durch Kältebehandlung, z.b  mit kühlenden Gelen , Salbenanwendung, Topfenwickel, etc. lindern.

 

Vorbeugung hilft Schäden vermeiden

Die meisten Sportverletzungen sind vermeidbar. Wichtigste Vorbeugungsmaßnahme ist dabei das Aufwärmen.  Laufen und Springen, Gymnastik und Dehnübungen führen zu einer gesteigerten Durchblutung des Organismus, einen Anstieg der Körpertemperatur und erhöhtem Stoffwechsel. Gleichzeitig verbessert sich die Funktion von Muskeln, Sehnen und Bändern. Das Aufwärmen sollte etwa 10 bis 20 Minuten lang dauern. Es kann durch die Anwendung mild wärmender Salben  sinnvoll unterstützt werden.

Kräftiges Einmassieren von z.B. Traumasalben verbessert den Effekt der Dehnungsübungen.

 

Wann Kälte bei Sportverletzungen angewendet werden sollte.

Aufgrund ihrer schmerzstillenden und abschwellenden Wirkung ist die Kältebehandlung bei akuten oder chronisch entzündlichen Erkrankungen angezeigt, Sie dient als Sofortmaßnahme bei Verstauchungen, Muskel- und Bänderzerrungen, Verrenkungen, Muskelfaserrissen, Muskel- und Sehnenrissen, Prellungen und Quetschungen.  Ebenso wird sie bei Überlastungsschäden wie Tennisellbogen, Achillessehnenproblemen, Sehnenscheidenentzündungen und Knieschmerzen eingesetzt.

 

Wann Wärme bei Sportverletzungen angewendet werden sollte

Beschwerden, die durch schmerzhafte Muskelverspannungen und Muskelkater entstehen, lassen sich durch Wärme zusehends bessern. Wesentliche Einsatzmöglichkeiten sind darüber hinaus Erkrankungen, die ohne „Entzündung“ ablaufen. Heilungsprozesse nach Prellungen, Verstauchungen und Muskelzerrungen können beschleunigt werden. Blutergüsse(Hämatome) lösen sich zudem schneller auf.  Allerdings müssen vor der Anwendung von Wärme die bei akuten Verletzungen auftretenden Entzündungen und Schwellungen weitgehend abgeklungen sein.

Für weiterführende Information, Untersuchung sowie individuelle, umfassende Beratung stehe ich Ihnen gerne in meiner Privatordination in der Backsteingasse 8 in 9500 Villach zur Verfügung. Um telefonische Terminvereinbarung unter 0664 302 95 75 wird gebeten!

Ihr  Dr.Martin Herzeg
Facharzt für Orthopädie und orthop. Chirurgie


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